Klubsachen mit Ines Holzegger - e-Goverenment & e-Residency
Shownotes
Ines Holzegger ist NEOS-Abgeordnete zum Nationalrat und Sprecherin für Digitalisierung, Datenschutz, Netzpolitik und Konsumentenschutz. Sie spricht über eGovernment, e-Residency und darüber, warum ein moderner Staat mehr können muss, als Formulare ins Internet zu stellen.
Denn digitale Verwaltung heißt im besten Fall: weniger Warten, weniger doppelt Ausfüllen, weniger Bürokratie — und mehr Zeit für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Es geht um das Once-Only-Prinzip, digitale Identitäten, einfachere Behördenwege und die Frage, warum Österreich trotz ID Austria, FinanzOnline und Unternehmensserviceportal oft noch nicht so durchgängig digital funktioniert, wie es könnte.
Der Blick nach Estland zeigt, wie anders Staat gedacht werden kann: digitaler, schneller, serviceorientierter. Ines spricht darüber, was Österreich daraus lernen kann, welche Chancen e-Residency für Gründer:innen, Unternehmen und internationale Talente hätte — und warum Datenschutz, Cybersicherheit und digitale Teilhabe dabei von Anfang an mitgedacht werden müssen.
Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich willkommen zu Club-Sachen, der Podcast bei dem alle Neos Abgeordneten ihre Erfahrung
00:00:08: und Expertise ein.
00:00:11: Die Gespräche dazu führe ich Tina Schmidhofer.
00:00:15: Herzlich Willkommen!
00:00:17: Dieses Gespräch widmet sich im Überbegriff der Vereinfachung unseres Lebens – und dafür habe ich mir Ihnen das heutige eingeladen.
00:00:23: Schön dass du da bist.
00:00:24: Danke für die Einladung.
00:00:26: Du bist Abgeordnete zum Nationalrat, beschäftigst dich intensiv mit Digitalisierung, Verwaltung, Datenschutz und auch Netzpolitik.
00:00:32: Also mit diesen Themen die technisch klingen – das sehen Sie auch!
00:00:36: Aber bei genauer Betrachtung sind alles Dinge, die unseren direkten Alltag betreffen.
00:00:42: Heute werden E-Government und E-Residency unsere Themen sein.
00:00:45: Und hier geht es um die Frage wie viel Zeit?
00:00:46: Wie viele Nerven?
00:00:47: Wie viel Papierkram müssen wir dem Staat noch liefern?
00:00:51: Und wieviel davon wäre vielleicht längst vermeidbar?
00:00:53: Deswegen die erste Frage.
00:00:54: Wenn wir über mühsame digitale Verwaltung sprechen, beginnt es oft mit so einem kleinen Alltagsmoment?
00:00:59: Ich muss eine Formule ausfüllen einen Termin, einen Nachweis bringen und das habe ich vielleicht schon dreimal gemacht.
00:01:06: Wo merkst du denn persönlich am stärksten dass der Staat manchmal noch in einer anderen Zeit lebt?
00:01:10: Ja speziell wie du richtig sagst wenn ich Dinge, Formulare immer und immer wieder auffüllen muss obwohl ich weiß der Start hat die Informationen Der hat die vielleicht nicht direkt in der Lade liegen, wo er sie gerne hätte.
00:01:25: Aber er könnte selber gehen, digital gehen und schauen, wo das ist.
00:01:30: Und ich muss nicht ständig die Daten einfügen für verschiedene Anträge.
00:01:36: Da wird eigentlich die ganze Arbeit auf den Bürgerinnen umgeschiftet obwohl sie im Staat eigentlich digital abbildbar wäre wenn man ihn wollen würde.
00:01:49: Wir haben noch einiges zu tun, dass da eben diese Arbeitsverteilung wieder so wie es sein sollte bei der Verwaltung liegt und nicht mehr bei den Bürgerinnen und Bürgern.
00:02:00: Wollen wir dein gutes Stichwort?
00:02:01: Du willst auf jeden Fall!
00:02:02: Du hast gute Ideen mitgebracht über die wir heute auch sprechen.
00:02:05: Bevor wir da tiefer einsteigen gerne vielleicht mal so die Begrifflichkeiten.
00:02:08: was ist denn E-Government eigentlich?
00:02:11: E-government ist wenn der Staat seine Services physisch analog anbietet, also im Amt dass ich hingehen kann einen Zettel ausfüllen und fertig sondern digital.
00:02:24: Und da finde ich es immer wichtig auch zu sagen nur weil ich jetzt ein Formular digital ausfühle ist das nicht unbedingt ein digitalisierter Prozess wenn ich das dann wieder ausdrucken muss oder per E-Mail geschicke.
00:02:40: Ich kann ja einfach mit einem Klick die Daten abschicken, ohne dass ich wieder was ausfüllen muss und das wäre die Idee von einem richtigen e-Government.
00:02:51: Dass es die Bürger entlastet?
00:02:53: Im Kern steckt dahinter ja so ziemlich die einfache Frage warum weiß der Staat vieles schon fragt uns aber trotzdem immer wieder danach also das once only Prinzip ist etwas darüber wir jetzt sprechen wollen.
00:03:04: Also Daten nur einmal abgeben.
00:03:06: Warum ist das vielleicht mehr als nur eine Frage der Bequemlichkeit
00:03:10: Es ist auch eine Frage von Datensicherheit.
00:03:13: Das heißt, wie kann ich mich auf Daten verlassen?
00:03:16: Also es sind alle Menschen.
00:03:18: wir wissen manchmal vertiebt man uns oder manchmal geht da was schief beim Ausfüllen von Formularen und dann hat der Staat falsche Daten.
00:03:26: teilweise auf der einen Stelle hat er die einen Daten auf der anderen Stelle liegen die Anderen und die passen nicht zusammen und da muss eine Person im Hintergrund sich das Ganze anschauen und schauen.
00:03:36: was ist da jetzt wirklich?
00:03:38: was?
00:03:38: Und beim One's Only Prinzip, da geht es darum dass ich meine Daten nur einmal angeben muss.
00:03:44: Die liegen dann an einer Stelle, also an einer Fixenstelle und wenn andere Stellen genau die gleichen Daten brauchen fragen sie nicht mehr den Bürgerinnen sondern gehen zu der Stelle wo sie liegen.
00:03:57: damit macht duplikate quasi unmöglich und damit ist es auch sicherer was so die Datenqualität angeht.
00:04:07: Damit sehen wir schon auch bei der Infrastruktur dahinter.
00:04:10: Was muss dann eine digitale Identität können, dass sie den Menschen wirklich hilft und was nicht einfach vielleicht das nächste Log in ist?
00:04:18: Ich glaube, essenziell bei allen digitalen Identitäten ist die Sicherheit.
00:04:23: Weil da geht es nicht um irgendeinen Log in den wir vielleicht beim Google-Konto einfach so schnell einmal machen.
00:04:31: Wobei das auch relativ kritisch ist.
00:04:33: wenn ich da kein sicheres Passwort oder zwei Faktautentifizierung habe weil wir da ja schon sehr viel abbilden aber da geht's um die staatliche Identität
00:04:42: d.h.,
00:04:45: ein sicheres Passwort mit zweiten Faktor habe, dann muss der Staat mir auch garantieren dass da auf seiner Seite nichts passiert.
00:04:52: Dass das alles sicher ist und mit den Bedrohungen heutzutage wissen wir es nicht trivial Das ist ein Einfallstor und da muss man als Staat mehr und mehr nachrüsten.
00:05:05: Und auf der anderen Seite muss so eine digitale Identität halt auch userfreundlich sein, das klingt jetzt super trivial weil man sagt natürlich alles sollte userfreunlich sein.
00:05:15: Was soll heute
00:05:15: über die Decke sicher sein?
00:05:17: Ja in gewisser Weise schon!
00:05:20: Man sieht es international dass das auch schief gehen kann.
00:05:24: also Ein Beispiel ist, in Deutschland haben sie den neuen Personalausweis ausgerollt.
00:05:30: Wo man endlich auch e-Government begrenzt davor machen kann.
00:05:37: Da hast du deinen neuen Personelausweis, kannst ihn mit NFC auf dein Smartphone legen und dann wirst du nach einem Pin gefragt.
00:05:45: Die wenigsten Leute haben ihren Pin wirklich und kennen ihn.
00:05:49: Und da war ein bisschen das Problem wie komme ich an meinen Pin?
00:05:53: Am Anfang haben sie noch die Möglichkeit gehabt, dass du deinen Pin dir per Post schicken kannst.
00:05:59: Das haben ganz viele genutzt!
00:06:02: Das haben sie dann eingestellt und jetzt de facto ... Die Bürgerinnen-Bürger haben nie wirklich so eine Erfahrung mit eGovernment gemacht und sagen ja gut ich hab's davor nicht genutst.
00:06:15: Jetzt müsste ich zum Abend gehen mir den Pin zurücksetzen.
00:06:20: Da, glaube ich muss man einfach ansetzen dass es so userfreundlich wie möglich ist.
00:06:27: Da haben wir natürlich auch mit der ID Austria weil's diesen gewissen Sicherheitsstandard erfüllen muss.
00:06:34: das Problem du musst zur Behörde gehen.
00:06:37: Wir setzen uns dafür ein, dass es breiter möglich ist.
00:06:39: Also dass es auch mehr Stellen gibt wo ich dann mein Passwort zurücksetzen kann das wieder einfacher funktioniert weil wir wissen wenn das nicht einfach geht dann werden die Leute das auch nicht nutzen.
00:06:53: Das ist so die ewige Frage zwischen Usability und Sicherheit, die man da als Staat einfach garantieren muss.
00:07:00: Über die Idee Austria werden wir auf jeden Fall noch sprechen heute aber ich möchte mit dir gerne über ein Land sprechen das da wirklich schon viel vorangebracht in sich in Form von digitaler Verwaltung.
00:07:12: Das ist Estland.
00:07:13: du hast sogar mal kurz dort gelebt studiert.
00:07:16: was macht denn dieses Modell für dich dort so spannend?
00:07:20: hat einfach dadurch, dass sie ihre Unabhängigkeit in den Neunzigerjahren wiederbekommen hat und keine Bürokratie vorgefunden hat.
00:07:30: Also die haben alles von Null aufbauen müssen – und Sie haben auch kein Geld gehabt!
00:07:36: Und wie macht man das?
00:07:38: In den neunzigen Jahren aufkommendes Internet und digitaler Möglichkeiten?
00:07:42: Digital….
00:07:44: Dadurch sind sie mittlerweile einfach Vorreiter in ganz Europa mit Lösungen.
00:07:50: In Government ist completed, die haben... Also alle Government Services digitalisiert.
00:07:58: Die letzten, das waren die Hochzeit und die Scheidung.
00:08:01: mittlerweile seit letztem Jahr kann man sich auch nicht ganz ein Klick aber digital scheiden lassen was in manchen Fällen einfach auch wichtig ist dass es keine keine angenehme Situation und je weniger Bürokratie du hast desto besser.
00:08:18: Und ich glaube, das ist das, was du als Staat sicherstellen musst.
00:08:22: Dass du deinen Bürgerinnen und Bürgern da etwas abnimmst.
00:08:25: Und sie nicht wieder in die Unweiten vom Papierkram oder Vorschriften schickst sondern ihnen genau das abnimmt und sagst zwei Klicks wir haben alle Daten kümmer dich um nichts.
00:08:41: Wir machen das.
00:08:42: Dafür sagen wir auch Steuern.
00:08:43: eigentlich In Estland.
00:08:47: Da gibt es dadurch, dass sich das so langsam aufgebaut hat und da man das auch von Null auf aufgebaut.
00:08:54: Es gibt nicht wirklich dieses große Misstrauen gegenüber den digitalen Lösungen jetzt durchaus geben können.
00:09:02: Das kennen wir und oft wird die Digitalisierung ja auch als Angstkonstrukt verwendet, damit alles komplexer wird – ich finde ... Wenn das der Fall ist, dass es Komplexe wird durch die Digitalisierung dann hat man's falsch gemacht.
00:09:19: Weil es sollte eigentlich einfacher werden nicht nur für Leute von zu Hause aus machen sondern auch für die Leute in der Behörde den Leuten helfen, die es doch nicht zuhause machen können.
00:09:31: und da hat Estlern auf jeden Fall ein paar Meter Vorsprung.
00:09:37: Ja in Estland fickt Digitalisierung du hast ja gesagt... nicht wie nachträglich irgendwo draufgeschraubt sind und es ist das Fudden am Band dort.
00:09:45: Was können wir aus diesem Zugang lernen?
00:09:46: Und bei uns ist es ja nun mal nicht so, was bräuchte es denn dass man auf das Niveau kommen könnten?
00:09:54: Ich glaube wichtig ist, dass man sich die Prozesse anschaut, die man aktuell hat also so e-governmentprozesse und sich wirklich anschaut was braucht es wirklich wieder auf mein Beispiel am Anfang zurückzukommen, nicht einfach nur ein Formular jetzt online im Browser ausfüllen lassen.
00:10:15: Sondern wirklich überlegen braucht es das?
00:10:18: oder habe ich die Daten und bin nur so bequem dass sich mir die als Staat irgendwo anders holen?
00:10:25: Oder da müssten Register zusammengeschlossen werden Und das ist wieder aufwändig.
00:10:30: lasst man's doch die Bürger machen.
00:10:32: letztendlich glaube ich die Zeit alle Bürger zusammen sparen würden, wird es auf jeden Fall rechtfertigen.
00:10:38: Dass man sich da genauer hinsetzt und vielleicht auch schaut wo kann man proaktiv Services anbieten dass die Bürger gar nichts mehr machen müssen?
00:10:48: Und da braucht's glaube ich... bisschen Vorstellungskraftvisionen, aber ganz viel Mut auch das man sich da reintraut und dann vielleicht auch Kritik bekommt dass jetzt der Service es nicht mehr so ausschauen wie früher.
00:11:03: Aber ich glaube wenn's bequem ist und gleichzeitig sicher wird es schon gut aufgenommen.
00:11:11: Ein ziehendes Argument!
00:11:13: Besonders interessant ist auch die E-Residentsee.
00:11:16: Also eine digitale Identität für Menschen, die zum Beispiel gar nicht in Estland leben?
00:11:21: Was steckt denn da dahinter?
00:11:22: Ja ich finde das tatsächlich ein super spannendes Konzept.
00:11:26: was Estland vor knapp zehn Jahren eingeführt hat Das ist man bekommt eine digitlle Identität als Nichtestnischer Bürgerbürgerin.
00:11:39: es kann auch aus Drittstaaten sein.
00:11:42: Damit hängt nicht zusammen, dass ich ein Aufenthaltstitel hab.
00:11:45: Das ist das nicht.
00:11:46: Aber ich habe einen digitalen Aufentaltstitel.
00:11:49: Bedeutet, ich kann dort eine Firma gründen?
00:11:52: Ich zahl dort Steuern und kann dort investieren ... Damit ist natürlich auch Wertschöpfung verbunden, die ins Land kommt nur weil du diese digitale Identität hast und dann Business in der EU machen kannst.
00:12:09: Und ich glaube das ist was wirklich zukunftsweisendes.
00:12:15: Ganz verstehe ich nicht, warum man da noch nicht in Österreich drauf aufgesprungen ist.
00:12:20: Weil das hat weder mit im Punkto Sicherheit irgendwelche Konsequenzen, weil da eben kein Aufenthaltstitel damit verbunden ist... Also
00:12:29: auch kein Migrationsthema?
00:12:30: ...kein
00:12:30: Migrationthema!
00:12:31: Wir wissen ja, da gibt es manche Parteien die dann immer sofort aufschreien würden.
00:12:36: Da wären die Personen davor auch gecheckt.
00:12:39: also das dauert schon ein paar Monate bis da alles durch ist Papiere gecheckt worden sind.
00:12:46: Aber die muss nicht jedes Mal nach Estland?
00:12:49: Die muss gar nicht nach Estlands, sie muss nur zur Botschaft, zur ethnischen Botschaft oder zur nächsten Botschaft und das einreichen.
00:12:58: Theoretisch kann ich eine ethnische E-Residence sein ohne dass ich jemals in Estland war.
00:13:05: Und dort halt Steuern zahlen dort mein digitales ... Business gründen.
00:13:12: Und das ist was, was ich hoffe dass wir uns in Österreich als Beispiel nehmen und angehen würden.
00:13:18: Jetzt verändert so ein bisschen den Blick auf Standardpolitik würde ich sagen.
00:13:21: Ein Staat kann dann plötzlich digital attraktiver sein ohne dass man irgendwie physisch vor Ort sein muss?
00:13:28: Was könnten wir denn lernen gerade auch vielleicht für Gründerinnen, für Start-ups und internationale Talente?
00:13:33: Was müssten wir denn anbieten?
00:13:35: oder wie schwierig wäre es für uns sowas anzubieten?
00:13:38: Ich glaube, schwierig wäre es gar nicht das zu starten.
00:13:42: Es bräuchte viel Information und natürlich auch im Hintergrund die digitale Infrastruktur.
00:13:49: aber ich kann mir vorstellen dass es relativ schnell auch in Umsetzung gehen könnte.
00:13:55: Natürlich hat Estland auch den Vorteil, dass da wie vorher schon gesagt alle anderen Services auch digital sind.
00:14:03: Wenn das der Fall ist dann brauche ich wirklich nicht herkommen für irgendwelche Amtswege und das ist ja genau das positive.
00:14:12: Das heißt so eine E-Residency am Anfang starten super auch für den Standort.
00:14:19: Damit muss halt auch ein Hergehen, dass alle anderen Services rund ums Gründen, rund um das Unternehmen führen.
00:14:27: Auch digital sind weil sonst muss ich erst recht wieder nach Österreich kommen und dann hat eine E-Residency überhaupt keinen Sinn.
00:14:34: Mhm absolut!
00:14:36: Österreich beginnt ja nicht bei Null.
00:14:37: wir haben es vorher schon angesprochen Wir haben die IT Austria, wir haben Finanz online Das Unternehmens Service portalt digitale Signaturen.
00:14:45: Warum fühlt es sich trotzdem oft so an, dass wir nicht ein wirklich durchgängiger digitaler Staat sind?
00:14:51: Also wenn ich jetzt zum Beispiel meine eigene ID Austria denke, die jetzt gerade abläuft und ich muss sie jetzt wieder verlängern... warum kann ich das zum Beispiel nicht schon online?
00:14:59: Wenn die ja schon alle Daten von mir haben!
00:15:02: Das ist natürlich was Privates mit reingebracht.
00:15:04: aber du bist verbar.
00:15:05: Dich frage ich.
00:15:07: Tatsächlich kann man's unter Umständen schon online machen.
00:15:12: Es gibt zwei Ausnahmen, heißt wenn du davor deine ID Austria nicht von einer Behörde aktivieren hast lassen.
00:15:21: Wir haben sie ja vor Jahren auch bei der ÖGK zum Beispiel gehabt oder andere A-Eins-Shops.
00:15:27: war zum Beispiel auch eine Möglichkeit, wie du zu deiner ID Austria gekommen bist.
00:15:30: Was wichtig war, dass schnell das Ganze in Verbreitung kommt.
00:15:35: jetzt geht es halt um die Sicherheit mit dem Umstieg zur ID Austria und da will ich dich die Behörde zumindest einmal gesehen haben.
00:15:44: Das heißt wenn du davor mit deine ID Austria dir bei der Behörden geholt hast kannst du schon digital machen.
00:15:52: zweiter Faktor warum du es nicht online verlängern kannst, ist für nichtösterreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern die müssen weiterhin alle paar Jahre zur... Manchmal ist das die Polizeibehörde um sich da, die Austria verlängert zu lassen.
00:16:10: Ist ärgerlich!
00:16:12: Ich hoffe dass in den nächsten Jahren eben sicher bisschen verbessert.
00:16:17: Anderes Thema wäre der Grund, warum das so sich nicht durchgängig anfühlt manchmal weiß nicht durchgängig ist.
00:16:28: Weil wir haben zwar, du hast das richtig angesprochen einige E-Government Services die super funktionieren weil sie zentral sind also unsere FinanzOnline aber auch der Logging mit der ID Austria.
00:16:42: Aber dann gibt es trotzdem noch ganz viele Applikationen.
00:16:45: Die Marke Eigenbau da macht dann jedes Bundesland zum Beispiel oder Gemeinden ihre eigenen Sachen.
00:16:56: Jeder will sich da natürlich nicht reinfuschen lassen, aber wir sehen das auch auf Bundesebene.
00:17:00: Jedes Ministerium macht dann seine eigene Förderapplikationen und internen Applikation.
00:17:07: Und damit wird es nicht unbedingt leichter.
00:17:12: Man kann sich das so vorstellen.
00:17:14: Ein großes Unternehmen, wo jedes Department einzeln dann entscheidet, na wir nehmen aber Software A die kann nicht mit Software B vom Marketing-Department reden und Finanzen hat wieder C und die kann nichts mit A und B reden und am Ende ist es ein großes Problem.
00:17:36: Das muss einfach gesamtstaatlich gedacht werden, so IT-Infrastruktur.
00:17:42: Und eben auch nicht nur als IT-Projekte sondern als gesamt staatliche Projekte.
00:17:49: also das geht wieder zurück in Prozesse sich anschauen und schauen was muss wirklich wo abgebildet sein?
00:17:56: da geht es natürlich dann um die kritischeren Themen worum müssen Kompetenzen angesetzt werden?
00:18:04: Ich glaube dass wir da bis jetzt einfach diese Kompetenzfrage immer nach vorne geschoben haben und irgendjemand kümmert sich in der Zukunft darum.
00:18:14: Und ich glaube, es wird Zeit, dass wir da eine größere Reform starten und Digitalisierung kann ein Tool dafür sein.
00:18:22: Genau, da wird ja Digitalisierung auch irgendwie politisch.
00:18:24: Es reicht nicht, ein neues Tool einzuführen wenn alte Abläufe aber gleich bleiben.
00:18:30: auf der anderen Seite Wenn Nios von Bürokratieabbau spricht Behördenwege müsste man dann aus deiner Sicht komplett neu denken.
00:18:39: Also ich glaube, Beispiele gibt es genug.
00:18:42: überall wo ich ein Formular eben noch ausfüllen muss.
00:18:46: Das ist ein Thema.
00:18:47: aber so Baugenehmigungen höre ich immer wieder dass das super kompliziert ist, dass das de facto nicht wirklich digital abbildbar.
00:18:59: Oder ein anderes Thema in Österreich.
00:19:02: Wir wissen seit den letzten Jahren Förderungen, steht ganz oben auf der Liste was viele machen und was viele beantragen.
00:19:10: da kann es einfach nicht sein dass es Förderung von Gemeinde Land Bund gibt für die gleiche Sache alle verschiedene Stellen und am Ende war es die rechte Hand nicht.
00:19:23: was Die Linke jetzt gefördert hat und gibt noch einmal etwas drauf.
00:19:28: Das geht nicht, das muss besser koordiniert werden und eben da die Kompetenzen aufgeräumt werden.
00:19:34: Und mit Digitalisierung kann man halt dann auch transparenter sehen was wurde jetzt wie gefördert?
00:19:41: Dann scheint halt auch auf wenn der über die Maße hinaus Förderungen ausgeteilt worden sind.
00:19:48: und ja jeder von Gemeinde bis Bund über Länder gibt natürlich gerne Geld her und ist dann nicht immer so gut, wenn man das sagen muss.
00:20:02: Da gibt es keine Förderungen gerade weil das schon über die und jene Stelle gefördert worden.
00:20:07: oder es gibt nur mal eine zentrale digitale Stelle wo man da nicht mehr das Marschall vom Bundesland oben hat...
00:20:15: Sondern eine Förderstelle?
00:20:16: Eine Förder-Stelle digital ein One Stop Shop!
00:20:19: Das wäre richtig gut.
00:20:23: Da kommt doch die Frage ins Spiel, ob der Staat vielleicht selbst innovativer werden muss.
00:20:26: Was bedeutet denn für dich ein moderner Innovationsstaat und welche Rolle kann Gav Teich dabei spielen?
00:20:34: Ja!
00:20:35: Muss innovativ werden ganz klar.
00:20:38: Es heißt aber nicht im Gegenzug dass man alles über Bord werfen muss und die Leute zurücklassen muss.
00:20:45: ich glaube wie schon gesagt das essentielle ist, dass du die Leute mitnimmst und diese Innovationsfreude überspringt.
00:20:58: Und aktuell habe ich das Gefühl es gibt so ein paar innovationsfreudige Leute auch in der Verwaltung, die dann aber immer wieder zurückgeholt werden und sagen, na das können wir den Leuten nicht zumuten, das geht nicht!
00:21:11: Ich glaube wenn du's gut kommunizierst und die Tools so konzipierst die Leute verstehen, weil sie einfach sind oder zumindest im Prozess verstehen.
00:21:20: Weil der so einfach ist.
00:21:22: Dann ist es auch weniger ein Problem, die Leute mitzunehmen.
00:21:27: und da muss die Politik natürlich anschieben dass die Verwaltung eine Generationsfrage
00:21:35: vielleicht?
00:21:37: Das weiß ich gar nicht!
00:21:38: Ich glaube das ist natürlich je jünger...
00:21:42: Technikaffiner?
00:21:43: Technikafiner,
00:21:45: beziehungsweise dass du mehr mit Technik hat man einfach auch schon zu tun gehabt.
00:21:49: Aber ich kenne wahnsinnig brillante Leute die eine innovative Zukunftsvision haben, die weit älter als sechzig sind und sich das einfach vorstellen ... Das nimmt mir im Alltag wahnsinnigen viel ab weil Wir wissen, je älter man wird, desto schwieriger wird es auch mobil zu bleiben.
00:22:13: Da kann Digitalisierung auch helfen.
00:22:15: Wenn ich dann nicht mehr alle selber ... nicht mehr jede ... alle paar Wochen zum Amt gehen muss oder irgendwo hin um was beantragen, ist das schon ein wahnsinniges ... eine wahnsinnige Hilfe im Alltag.
00:22:32: Also, ich glaub... Es hat so ein bisschen auch mit der Mentalität zu tun, die wir haben.
00:22:39: Es ist altersgrenzenüberschreitend aber es gibt diese innovativen Menschen auch in einer Verwaltung und die muss man halt einfach nur ein bisschen nach vorne stellen.
00:22:52: Natürlich steht inzwischen auch KI im Raum.
00:22:55: Wo kann denn künstliche Intelligenz in der Verwaltung wirklich sinnvoll helfen?
00:23:00: Und wo sollten wir besonders vorsichtig sein?
00:23:04: Also wir haben uns auch vom Prinzip her immer dafür ausgesprochen, dass bei ganz wichtigen Entscheidungen das da zumindest ein Mensch drüber schauen muss.
00:23:14: Wenn es um die Lebensumstände von Menschen geht und der jetzt Arbeitslosengeld bekommt oder nicht – das darf natürlich nicht KI entscheiden!
00:23:25: Aber KI kann helfen, also auf der einen Seite kann es helfen.
00:23:30: Wenn sich KI anschaut du hast diese und jene Lebensumstände wir bieten dir mal das und das an weil wir glauben dass das auf deine Lebensumstände zutrifft.
00:23:40: Also eher helfen normalerweise?
00:23:41: Helfend beziehungsweise auch erklären wenn ich mich einlogge in mein Government Portal Ich muss umziehen.
00:23:54: Von dort nach dahin, was brauche ich alles?
00:23:57: Und dann kann mir die KI das gleich vorschlagen und fragen, dass das wären die Services.
00:24:02: soll ich das gleich einleiten und dann einfach unterstützend da wirken?
00:24:07: aber dass eben immer eine menschliche Entscheidung auch dabei ist.
00:24:11: Und vielleicht abschließend, je digitaler der Staat wird, desto wichtiger wird auch das Vertrauen.
00:24:16: Also welche Risiken müssen wir denn ernst nehmen?
00:24:18: Datenschutz, Cyber-Sicherheit, Missbrauch, digitale Spaltung gibt es so vieles.
00:24:23: Damit Digitalisierung nicht nur schneller sondern auch fairer und sicherer wird.
00:24:28: Wo sollten wir da in zehn Jahren stehen?
00:24:31: Ich glaube datenschutz ist ein wichtiger Punkt dass die Leute sich bewusst werden welche Daten der Staat eigentlich hat, sondern auch welche Daten ich tagtäglich da in die Welt hinaus poste.
00:24:47: Teilweise nicht einmal nur wenn ich aktiv was share auf sozialen Medien zum Beispiel oder auf anderen Plattformen, Sondern auch wenn ich einfach nur passiv dort bin also da werden ja auch tagtäglich Daten generiert kann man sich gar nicht vorstellen und da das Bewusstsein schaffen dass es eben permanent ist, dass nicht so einfach am nächsten Tag weggewischt wird.
00:25:15: Das wäre glaube ich wichtig.
00:25:17: und auf der anderen Seite halt auch die Ängste ernst zu nehmen von den Menschen, die schon Ängsten haben.
00:25:25: wenn man sich überlegt KI das ersetzt meinen Job was mache ich dann?
00:25:30: Ich glaube da wird einfach ganz viel Angst kommuniziert, leider muss man sagen auch vonseiten der Politik.
00:25:40: Und weniger Lösungen.
00:25:42: und das was die Angst bei den Menschen dann auslöst ist ja wenn ich keine Lösungen habe sondern nur die Lösung ist wir gehen zurück in vor zwanzig Jahren als es das Ganze noch nicht gegeben hat.
00:25:54: Das wird's jetzt nicht spielen!
00:25:56: Die Politik hat die Verantwortung dass wir Lösungen präsentieren.
00:25:59: Wir sagen Ja diese und jene Jobs vielleicht in zehn Jahren nicht mehr geben, aber dafür gibt es andere Dinge die sehr ähnlich sind wo du dich weiterentwickeln kannst.
00:26:12: Vielleicht sogar noch mehr verdienen kannst weil's eine eine andere Tätigkeit ist und halt auch so ehrlich kommunizieren dass wenn wir wieder Stichwort KI in der Verwaltung wenn wir uns das anschauen da gehts nicht darum dass Menschen ihren Job verlieren sondern dass die Leute, die in Pension gehen, also nicht ersetzt werden können und das dann die Menschen, die noch da sind weniger Arbeit haben.
00:26:39: Weil die ganzen Leute können wir gar nicht in der Verwaltung nachbesetzen, die da jetzt in den nächsten Jahren wirklich weggehen.
00:26:49: Und ich glaube, da muss man einfach eine ehrliche aber optimistische Kommunikation vonseiten der Politik angehen und nicht immer nur Angst streuen.
00:27:04: Und alle dagegen
00:27:04: aufhetzen.".
00:27:06: Das ist ein schönes Schlusswort, ich möchte mit einem kleinen TV-Tipp beenden.
00:27:13: Wir haben eine wunderschöne Dokumentation der Deal Mit Daten gemacht – gerne reinschauen auf YouTube von Materie!
00:27:20: Ich nehme viel mit aus dem Gespräch.
00:27:22: Innes vielen Dank für deine Zeit und für all die Infos.
00:27:24: Vielen Dank.
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