Klubsachen mit Gertraud Auinger-Oberzaucher - Republik der besten Gemeinden
Shownotes
Gemeinden sind die Ebene, auf der Politik im Alltag direkt spürbar wird. Gertraud Auinger-Oberzaucher ist NEOS-Abgeordnete und Sprecherin für Familie, Kultur und Kommunen spricht darüber, warum Österreich eine „Republik der besten Gemeinden“ braucht: Gemeinden, die handlungsfähig, effizient und finanziell nachhaltig arbeiten können.
Für die Bevölkerung geht es dabei um eine sehr konkrete Frage: Funktioniert das Leben vor Ort? Etwa dann, wenn Familien Kinderbetreuung brauchen, eine Entscheidung am Gemeindeamt ansteht oder ein Ort nicht nur verwaltet, sondern weiterentwickelt werden soll. Viele Gemeinden stehen längst unter Druck. Aufgaben werden mehr, Kosten steigen, Strukturen sind oft kompliziert. Deshalb geht es bei Gemeindereformen nicht um Linien auf einer Landkarte, sondern darum, ob vor Ort genug Spielraum bleibt.
Im Gespräch geht es darum, wie Gemeinden besser zusammenarbeiten können, wo neue Strukturen sinnvoll sind und warum Reformen nicht von oben herab passieren dürfen. Am Ende zählt, ob sie den Menschen in den Gemeinden nützen.
Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich willkommen zu Klubsachen,
00:00:04: der Podcast bei dem alle Neos Abgeordneten ihre Erfahrung
00:00:08: und Expertise ein.
00:00:11: Die Gespräche dazu führe ich Tina Schmidhofer.
00:00:17: Improvisieren kann charmant sein beim Kochen, wenn eine Zutat fehlt oder wenn der Heim wieder einmal den Plan B erhalten muss.
00:00:23: Aber wenn ein ganzer Alltag ständig improvisiert werden muss dann wird es mühsam.
00:00:27: und genau da beginnt Gemeindepolitik die entscheidet mit ob Menschen jeden Tag herum organisieren müssen oder ob Betreuung Verkehrpflege Nahversorgung Amtswege Begegensorte so funktionieren das unser Alltag leichter wird.
00:00:40: Darum geht es bei der Republik, der besten Gemeinden.
00:00:42: Wir schaffen wir Gemeinden die nicht nur irgendwie auf dem Betrieb am Laufen halten sondern wirklich gut ausgestattet sind auch für die Zukunft vorgesorgt haben.
00:00:50: und darüber spreche ich mit Gerdraud Aueringer Oberzaucher Abgeordnete der NEOS zum Nationalratsprecherin für Familie Kultur und Kommunen und auch Stadträte in Baden.
00:01:00: schön dass du da bist.
00:01:01: vielen Dank für die Einladung!
00:01:02: Gerdrad Du bist Zeit du in deinem Amt bist viel in Österreich unterwegs in allen möglichen Gemeinden.
00:01:08: Hast mit Menschen vor Ort gesprochen, gesehen wo es hakt aber auch gemeinten vielleicht irgendwie kluge Entscheidungen getroffen haben oder wirklich gut funktionieren wenn du von diesen Reisen nicht mit einem Berichtheim kommst sondern eher mit einem Gefühl wie geht's gerade Österreich?
00:01:22: Wie läuft sie den Gemeinden
00:01:24: also vielen Dank.
00:01:24: ich sehe das ganze nicht als Amt und ist eine schöne Aufgabe.
00:01:27: aber ich finde es eine sehr interessante Bezeichnung Wenn ich für meinen Reisen nach Hause komme bzw.. kommt selten nach Hause, bin wirklich viel unterwegs.
00:01:36: Dann habe ich das Gefühl dass da viele Menschen sind die Dinge bewegen wollen, die die Veränderung möchten, die Probleme auch sehen und für diese bereit sind Lösungen zu finden.
00:01:46: also ich sehe hier sehr viel Problembewusstsein auf der anderen Seite auch sehr viel Lösungsorientiertheit.
00:01:53: aber ich glaube dafür müssen wir genau die Rahmenbedingungen schaffen damit diese Lösungen dann auch wirklich eingeleitet werden können und wie auch neue Strukturen bekommen.
00:02:01: Wie geht es den Österreich-Gemeinten gerade eigentlich?
00:02:03: Also was kann man sagen, gibt's was das du nach deinen Touren schon pauschal sagen kannst.
00:02:08: Den Satz höre ich immer wieder oder in der Form immer wieder?
00:02:11: Wir haben kein Geld!
00:02:13: Also das ist der Satz, den ich am häufigsten höre wenn ich in dem Gemeinden bin und das ist glaube ich etwas was sich durchzieht vom Bodensee bis zum Neusiedlerssee was teilweise in den Gemeinden auch ausgemacht ist aber was Prime eigentlich an den ineffizienten Strukturen in Österreich liegt
00:02:29: Okay.
00:02:30: Kein Geld.
00:02:30: wofür?
00:02:31: gibt es da bestimmte Sachen, die irgendwie auch übergreifend?
00:02:36: Ja, da gibt's schon kein Geld für Investitionen.
00:02:39: Die Österreichs-Gemeinden haben einen massiven Investitionsrückstau das heißt dass sie auch Infrastruktur, die dringend notwendig ist nicht errichten können.
00:02:47: Da geht's um Dinge wie Kläranlagen, da geht's im Kanal, da gehts um Straßensanierungen und wirklich die Basics, die man eigentlich braucht um in einer Gemeinde oder im Staat zu leben.
00:02:58: und da gibt es massiven Rückstau.
00:03:01: Und natürlich, wofür sie gar kein Geld haben ist alles was jetzt in Richtung wirklich Weiterentwicklung geht Zukunftsprojekte also da ist wirklich ein massiver Rückstauf festzustellen.
00:03:10: Gibt's etwas, das sich überrascht hat zu einem Moment wo du gedacht hast dass sieht man in Wien eigentlich nicht?
00:03:14: Also wenn man jetzt zum Beispiel nur im Nationalrat sieht wenn du das unterwegs bist
00:03:19: ich glaube das Bewusstsein oder diese Verantwortung und Eigenverantwortung der Bevölkerung für ihre Gemeinden.
00:03:26: Ich glaube, das ist etwas was außerhalb von Wien wesentlich stärker und größer ausgeprägt ist.
00:03:31: Dass sich auch wirklich Bürgerinnen und Bürgern uns wenden und sagen ich hätte eine Idee wie man das besser oder anders machen könnte oder wie die Zukunft ausstehen könnte da sehe ich sehr vieles.
00:03:40: Ich habe zum Beispiel einen Newsletter gemacht dass es darum gegangen ist eben die Republik der besten Gemeinden.
00:03:44: wir können Strukturen neu aussehen und wir haben das was eigentlich lange als der Bugegolden hat ganz klar angesprochen nämlich auch Gemeinden zusammenzulegen, zu fusionieren.
00:03:53: So die Synergien zu heben, Effizienzen zu steigern und das war der Newsletter wo so viel Feedback gegeben hat wie schon lange nicht mehr.
00:04:01: ich habe zwei Wochen gebraucht um das zu beantworten und nicht weil ich langsam bin sondern weil es wirklich sehr wertvolle und und sehr konstruktive Feedbacks und Inputs waren mit dem man sich wirklich auseinandersetzen muss wenn einfach sie ist.
00:04:13: wie viele Gestaltungswillen da auch vorhanden ist.
00:04:16: Darüber reden wir auf jeden Fall nach.
00:04:18: Aber wenn wir so in Gemeinden unterwegs sind, merkt man schnell ... Es geht oft nicht nur um ein einzelnes Problem der Klassiker irgendeinen Loch im Asphalt oder so.
00:04:27: Es geht eher darum wie gut die Gemeinden ausgestattet sind für solche Sachen im Allgemein.
00:04:33: Was ist eine gut ausgestatterte Gemeinde für dich?
00:04:36: Eine, die nicht dauernd mit Plan B, C, D, E herkommen muss.
00:04:42: Was braucht denn eine Gemeinde heutzutage?
00:04:45: Es gibt in der Verfassung festgelegte Aufgaben für Gemeinden.
00:04:47: Ich glaube, die müssen wir uns als erstes mal anschauen ob das noch zeitgemäß ist.
00:04:50: und dann sind im Laufe der Jahre und Jahrzehnte natürlich ganz viele Aufgaben dazugekommen, indem man einfach sagt es machte Gemeinde und ich glaube dass ist das Problem, dass jetzt einfach viele haben, dass sie mit ganz vielen Aufgaben konfrontiert sind, die alle wichtig sind aber eben die Ausstattung dafür nicht haben.
00:05:07: eine gute Gemeinde muss einfach die Basis schaffen dafür, dass die Menschen, die in den Gemeinden leben sich auch wohlfühlen dort ein gutes Leben können und die Infrastruktur, die sie brauchen auch wirklich vorhanden ist.
00:05:19: Was ist das deine Meinung nach?
00:05:20: oder gibt es Gemeinden wo du gesehen hast also da gibts ja nicht einmal das?
00:05:24: Naja, ich glaube es ist nicht so das jede Gemeinde alles haben muss.
00:05:27: Also immer dieses berühmte jede Gemeindeport der Schwimmbad, jede Gemeinbarkeit den Eislaufplatz, jede Gemäine braucht ein Bauhof, jeder Gemeinde braucht das dass das.
00:05:34: Gerade es gibt Regionen da sind Gemeinden schon sehr nah beim Zueinandergewachsen und ich glaube das ist dann wirklich sozusagen die eine Gemeinde hat eben Entschwimmbaar, die andere Gemeinde die Eislauffalle, die dritte hat halt die Ausstattung mit den notwendigen Geräten, Straßen- und Kernmaschinen und sonstigen und man kooperiert oder tauscht aus.
00:05:51: Und ich glaube, das ist eigentlich die Zukunft.
00:05:53: Deswegen ist es nicht dieses Schreien wir brauchen auf Veranstaltungshalle, wir brauchen ein Parkhaus Wir brauchen das!
00:05:57: Wir brauchen, brauchen, brauche.
00:05:58: Ich glaube, da müssen wir weggehen und wirklich schauen welche Gemeinde kann was leisten?
00:06:02: Wie funktioniert die Leistung auch gemeinsam mit anderen?
00:06:06: Ich sehe schon.
00:06:06: Du gehst immer wieder in die Richtung, ich zieh dich aber noch mal zurück so ein bisschen in einem ... Viele denken ja bei Gemeindepolitik auch vor allem an Flächenwitmungen und Kanalanbauverfahren.
00:06:14: Du sagst das alles wichtig, aber nicht gerade der Stoff aus dem guten Nachgeschichten geschrieben werden?
00:06:19: Wo wird denn Gemeindepolitik für den Menschen wirklich spürbar?
00:06:22: also wo sage ich gehe hier bei der Haustür raus und merke das läuft oder das läuft nicht.
00:06:26: Ich glaub, das Ortsbild macht da ganz viel aus.
00:06:28: Also es ist wie eine Gemeinde sich präsentiert, wie sauber sie ist, wie voll sie ist und wie viele Leben in einer Gemeinde zu sehen sind.
00:06:36: Das macht glaube ich das Bild für jemanden der auch neu in eine Gemende kommt.
00:06:40: Dass er sich überlegt oder sich überlegt, dass jetzt eine lebendige Gemeinde das eine, wo ich gerne hinziehen möchte vielleicht auch?
00:06:46: Oder wo ich gern leben möchte also ich glaube, dass es viel macht ihm dieses Ortsbild aus, glaube ich.
00:06:51: Du bist ja selbst im Badenpolitisch tätig was siehst du dort im Innern vielleicht unterschätzt wird, weil das wirklich mühsam ist.
00:06:59: Oder was siehst du auch?
00:07:00: Was ja eh schon gemacht wird aber vielleicht gar nicht so ankommt.
00:07:05: Also was man sieht wenn der Kommunalpolitik ist dass es nicht alles Haus gemacht ist.
00:07:09: erstens also das die Gemeinden sehr abhängig sind von den Ländern.
00:07:14: Das heißt, das ist finanziell eine riesengroße Herausforderung.
00:07:18: Weil die Gemeinde kann noch so tüchtig sein und noch so viel aus eigener Kraft schaffen.
00:07:22: Solange die Umlagen, die sogenannten an den Ländern so hoch sind wie sie sind und so permanent steigen, tun sich die Gemeinden wahnsinnig schwer.
00:07:31: Was man noch sieht, wenn in einer Gemeinde ist es eine lebende Gemeinde, ist harte Arbeit.
00:07:35: D.h.,
00:07:36: das ist nichts was so gegeben ist und wo man im Status quo verharren kann.
00:07:41: Selbst dass ich komme aus einer Wenn man es hat.
00:07:44: Außenstehende reinkommen und sagen, das ist das blühende Leben.
00:07:47: Das ist eine wunderschöne Stadt.
00:07:48: Wir haben ganz viel Grünflächen.
00:07:50: Es sind viele Blumen da.
00:07:52: Es ist ein Leben in der Innenstadt vorhanden was nicht selbstverständlich ist für eine Bezirkshauptstadt in Österreich.
00:07:57: aber dass es das Ergebnis von harter Arbeit beziehungsweise permanent dranbleiben und auch schon den nächsten Schritt immer weiter denken.
00:08:05: Und das ist etwas was immer wieder wo ich feststelle, dass das oft vergessen wird und dass das auch und als Kommunalpolitiker nicht gefällt vor dem wie auch an die Politik funktioniert, dass man nur bis zur nächsten Wahl denkt und ich glaube man muss wesentlich größere Zeiträume denken auch mittel- und langfristig.
00:08:20: Wie stelle ich mir eine Gemeinde einen Start in zehn in fünfzehn in zwanzig Jahren vor?
00:08:25: Und ich glaube da braucht man ganz einen klaren Plan so wie das auch Unternehmen eigentlich machen.
00:08:29: und das ist etwas was noch nicht so weit vorangeschritten sind vielen Gemeinden und ich glaub dafür müssen wir eine Lanze brechen beziehungsweise sehr aktiv sein.
00:08:37: Also würdest du was zeigen?
00:08:38: Man braucht dann ein unternehmerischerem Blick auf die Helmutgemeinde?
00:08:42: Absolut ja!
00:08:43: Also ich weiß schon, dass eine Gemeinde kein Unternehmen ist.
00:08:46: Aber der unternehmerische Blick schadet nicht.
00:08:48: Man merkt es sehr stark im Gemeinden hat ein Bürgermeister oder einen Bürgemeister in einem unternehmerischen Blick?
00:08:55: Das ist etwas Gutes für die Gemeinde und vor allem für die Bevölkerung dort.
00:08:59: Ich werde nicht fragen welche Gemeinden du damit meinst oder eben nicht meinst.
00:09:04: Was heißt das denn für Bürger?
00:09:05: ganz konkret wenn eine Gemeinder finanziell oder auch organisatorisch am Limit ist?
00:09:10: Wo stört man das zuerst?
00:09:12: Also das allererste, was die Bürgerinnen und Bürger merken ist glaube ich wenn die Gebühren massiv erhöht werden.
00:09:17: Ich habe durchaus Verständnis dafür wenn über Jahre oder jahrzehnte Gebühren nicht angepasst wurden.
00:09:22: aber wenn dann innerhalb eines Jahres Gebühren oder Tarife wieder um fünfzig Prozent oder mehr steigen dann ist es ein klares Zeichen dafür dass das wirklich eine Sanierungsmaßnahme ist.
00:09:31: übereinnahmen und das ist genau das Problem das wir haben.
00:09:35: Wo merke ich es noch als Bürgerinnen oder Bürgerwähne?
00:09:37: Und das gibt's immer wieder Schwimmbäder geschlossen bleiben zum Beispiel.
00:09:41: Oder wenn man sich wirklich ernsthaft überlegt, ob die Kinderbetreuung tatsächlich notwendig ist oder nicht.
00:09:46: Also da sind Dinge, die dann auch in Gemeinderäten diskutiert werden und da merk' ich dann als Bürgerin oder Bürger dieser Gemeinde geht es tatsächlich an den Kragen.
00:09:54: Die ist jetzt nicht mehr in einer finanziell so ausgestatteten Position, dass sie sich all diese Dinge leisten kann oder will.
00:09:59: Das
00:10:01: Thema Gemeinden ist ja genau deshalb so präsent, weil viele über Föderalismus Zuständigkeiten Reformnot sprechen.
00:10:08: Hast du das Gefühl dass der Druck inzwischen so groß ist?
00:10:10: Dass wirklich was im Bewegung kommt in die Richtung?
00:10:14: Also das Thema der Gemeinden ist vor allem auch deswegen so präsent und so groß, weil wir so viele haben.
00:10:18: Wir haben ja im Jahr two-to-two-neunzig in Österreich was erstauntlich vieles für ein kleines Landwirt wie unseres Und ich sehe dass etwas in Bewegung kommt.
00:10:26: Ich glaube die Bevölkerung und auch die Kommunalpolitikerinnen und Politiker weiter sind als es eigentlich unser politischer Paratrofist oder viele Stakeholderinnen und Stakeholders die glauben zu wissen was Gemeinden brauchen.
00:10:38: Wir haben jetzt in letzter Zeit einige Umfragen und Studien erschienen Thema auseinandersetzen.
00:10:44: Da war vor ein paar Monaten eine Market-Umfrage, die im Standard veröffentlicht worden ist, wo ich glaube fast sechzig Prozent der Österreicher in Österreich gesagt haben sie erwarten sich durch neue Strukturen oder vor allem auch durch Gemeindefusionen keine Beeinträchtigung ihres Lebensstandards und ihres Lifestyles.
00:11:01: Und ein ähnliches Ergebnis hat es jetzt letzte Woche auch gegeben, ist in den regionalen Medien veröffentlicht worden und wo auch wieder ganz klar eine klare Mehrheit da ist.
00:11:10: Die sagt kleine Gemeinden Sollen müssen nicht nur kooperieren, sondern sollten auch zusammengelegt werden.
00:11:16: Da gibt es schon einen Sentiment und ich glaube das ist aufgrund dessen dass sich das einfach in den letzten Monaten so aufgebaut hat und dass das Thema so omnipräsent ist, dass wirklich viele darüber sprechen – wie viel gesagt, ich zitiere das gerne nochmal!
00:11:27: Das ist ein massiver Feedback der sich auf meinen Newsleiter und auf meine Postings- und Medienstatements bekomme.
00:11:34: Die wollen das.
00:11:34: Das ist auch etwas, was in die hintersten Hinterzimmer schon vorgetrunken ist.
00:11:38: Ich erzähle immer total gerne diese Geschichte, weil ich in einem steirischen Gasthausen am Ginnen-Hinterzimmer war und die dann gesagt haben, Gerhard Raut machte endlich was mit den Gemeinden, mit dem Bundesländern?
00:11:48: Wie schaffen wir es diesen Föderalismus effizienter zu
00:11:51: gestalten?".
00:11:53: Also es ist präsent, ja.
00:11:54: Und wie schaffen wir das?
00:11:56: Ja, da schaffen wir eben durch das was ich glaube vorher schon mal gesagt habe, dass wir wirklich erstens diese Diskussion offen führen.
00:12:03: weil es war über viele Jahre ein Tabu-Thema überhaupt über schlankere Strukturen zu sprechen.
00:12:08: Es gibt ja schon seit Jahrzehnten Vorschläge auch von sehr gescheiten Leuten die sagen, es ist nicht gesetzt, dass Österreich genau so organisiert sein muss, wie es jetzt ist und es gibt auch Mutige, die das auch aussprechen muss jetzt nicht nur eine Diskussion sein, sondern auch etwas was in Taten dann auch wirklich folgt.
00:12:28: Wir sind jetzt gerade dabei auch Evidenz zu schaffen.
00:12:30: also wir holen uns aus anderen Ländern sehr viel Know-how die schon diesen Weg gegangen sind.
00:12:35: ich zitiere immer nicht nur Dänemark, die jetzt ja auch noch einzig Gemeinden haben mit durchschnittlich einen Sechzigtausend Einwohnerinnen sondern auch andere Länder.
00:12:44: Wir schauen uns an, wie die diesen Weg gegangen sind und was ist denn das Ding?
00:12:48: Man kann schnell sagen ja wir müssen zusammenlegen und faszinieren und dann ist die Welt wieder in Ordnung.
00:12:52: ich glaube dass wir ganz dringend auch diesen Fahrplan brauchen.
00:12:55: Was sind jetzt die, da bin ich wieder sehr unternehmerisch, was ist die Datenlage, was sind die KPIs, wann ist eine Gemeinde tatsächlich eine Kandidatin für eine Zusammenlegung, wann für eine Kooperation?
00:13:04: also ich glaube es ist jetzt der wichtige Weg den wir gehen müssen um hier Fakten zu schaffen.
00:13:08: Das war natürlich sehr populistisch gefragt aber du hast wahnsinnig gut geantwortet.
00:13:13: Wenn einzelne Gemeinden an ihre Grenzen kommen, liegt eine Antwort nahe und wir haben das heute schon mehrfach gehabt.
00:13:19: Nicht alles allein stemmen aber genau das wird sehr spannend weil Zusammenarbeit vernünftig klingt.
00:13:24: also da kann ja keiner was dagegen haben bis es plötzlich um den eigenen Bauhof zum Beispiel geht oder dass eigene Amt oder das eigene Ort schüttet.
00:13:32: Gerade kleinere Gemeinden haben ja manchmal die Sorge, dass sie was verlieren könnten wenn sie Aufgaben teilen oder irgendwie etwas abgeben.
00:13:39: Wie erklärst du denn das Zusammenarbeit nicht heißt es ein Ort wie eigenständig ist sondern davon halt echt einen Profit machen kann?
00:13:49: Ich glaube, wenn wir dieses Thema sprechen, dass Gemeinden mehr zusammenarbeiten oder auch zusammengehen geht es nicht nur um Effizienz und um Kosten sondern es geht auch um Qualität.
00:13:58: Und ich glaube das ist auch eines dieser schlagenden Argumente, dass jetzt nicht jede Gemeinde die Qualität im Service bieten kann, wenn vor allem die Kleinen der oder den sich die Bürgerinnen und Bürger verdient haben.
00:14:08: Es ist oft so in kleinen Gemeinden da gibt's eine Bürgermeisterin einen Bürgemeister plus eine Amtsleiterin ein Amtsgleiter und sie machen alles.
00:14:15: Das heißt vom Bauverfahren bis zum Standesamt Wesen, die Müllsäcke ausgeben.
00:14:21: Das ist ein unglaubliches Potpourri an Aufgaben, die sie zu erfüllen haben und ich glaube genau da ist im Anzusetzen dass er nicht jede Ort genau das erfülle muss was auch wichtig ist.
00:14:32: einfach zu sagen ist es ist nicht jedes Dorf in der Gemeinde also da geht's nicht darum dass man Identität jetzt aufgibt oder dörflichen Charakter hat nichts mit der Verwaltung zu tun und das ist genau der Punkt glaub ich dem auch auseinandersetzen muss den Menschen in den Gemeinden vor allem die diese Verhahrungskräfte haben und sagen, das war immer schon so.
00:14:53: Und ich kenne das selber aus.
00:14:56: In der Steiermark gab es ja diese große Gemeindestruktureformen in den Falle im Jahr twohundfünfzehn.
00:15:01: Ich habe in einer solchen Gemeinde einen Zweitwohnsitz.
00:15:03: Das sind alle Ortsdafeln stehen geblieben, obwohl vier Gemeinden fusioniert haben.
00:15:07: Die haben ein gemeinsames Gemeinderamt und die gesamte Infrastruktur nutzen sie gemeinsam aber die haben die Ortsdauffel stehen lassen.
00:15:13: Es stehen die Kirchen nach wie vor in jedem Dorf.
00:15:17: geblieben.
00:15:17: Also es geht nicht um das und diese Befürchtung, glaube ich, diese Furchte muss man einfach den Menschen nehmen.
00:15:22: Das bleibt alles erhalten.
00:15:24: Es geht nur darum Effizienzen zu steigern in der Verwaltung und die Qualität zu steigeren.
00:15:28: Damit vielleicht auch Kosten zu sparen für die Einzelnen.
00:15:32: Die Gebühren werden nicht so stark erhöht oder gar nicht erhöht.
00:15:35: Ich möchte dir gerne auch über Bürgerbeteiligung sprechen.
00:15:38: Viele kennen das Gefühl, man darf zwar aber vielleicht etwas sagen und am Ende passiert aber eh das was sich der Erste am Anfang schon gedacht hat also sowieso machen möchte Was macht denn für dich echte Beteiligungen
00:15:48: aus?
00:15:48: Ich glaube, echte Beteiligung macht aus.
00:15:50: Dass man wirklich den Leuten das Gefühl gibt, dass sie mitmachen können.
00:15:53: Ich bin ja auf meinen Reisen und habe ja viele Dinge gesehen.
00:15:55: Da gibt es Gemeinden, da gibt es einen in der Steiermarkt die haben das mit Bierdeckel gemacht.
00:16:00: Da konnten in den Gasthäusern die Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen auf Bierdecke schreiben müssen dann eingesammelt worden und das war's dann.
00:16:07: Also ich glaub' das sind zum Beispiel... Man muss wirklich dorthin gehen wo die Menschen auch sind.
00:16:10: also ich glaube diese Townhall-Atmosphären sind nicht unbedingt etwas wo tatsächlich die Ideen kommen sondern einfach dort abholen, wo die Leute sind in die Vereine reinzugehen.
00:16:21: Eben ins Großhaus zu gehen wenn es noch eines gibt.
00:16:23: Das ist in vielen Orten ein Riesenproblem.
00:16:26: aber ich glaube das ist das was ausmacht diese Bürgerbeteiligung und natürlich dass die Menschen dann auch sehen, dass ihre Ideen aufgegriffen werden und dass sie jetzt nicht nur sich die Politikerinnen und Politiker damit brüsten, was sie alles getan haben und diese klassischen gerade eine Kommunalpolitik kenne ich ja diese Fotos von sich alle aufbauen und dann fotografieren lassen für die regionalen Medien wirklich, dass die Bühne denen gehört diese Ideen hatten und haben und zusammenarbeiten.
00:16:52: Ich glaube da kann man gutes Miteinander auch gut schaffen.
00:16:57: Du bist selbst eigentlich nicht vom Fach.
00:17:00: du bist jedenfalls keine gelernte Politikerin, du bist Quereinsteigerin.
00:17:04: was hat dich damals dahinein gezogen?
00:17:06: Was war der Grund das ich möchte was anderes machen möchte was bewirken?
00:17:11: Also nicht vom Fach ist es lustig.
00:17:14: Du bist jetzt nicht die Parteilinie gefolgt von jung bis alt?
00:17:18: Nein, gar nicht.
00:17:19: und ich war auch, bevor ich bei Neos war, bei keiner anderen Partei und ich bin überhaupt nicht in dieses Feld weder hineingeboren noch irgendwie erblich vorbelastet oder irgendetwas.
00:17:29: Ich empfinde das als einen großen Vorteil mag man auch als Nachteile.
00:17:32: Es hat so immer seine Für-und-Wieder wenn man's von der Picke auf lernt oder auch nicht.
00:17:37: Ich glaube wir Neos haben uns ja gegründet als Menschen aus der Mitte der Gesellschaft der etwas bewegen wollen.
00:17:41: Wir wollten ja nicht Politikerinnen oder Politiker werden, sondern wir sind in die Politik gegangen um etwas zu verändern, um Österreich neu zu gestalten und ich gehöre genau zu denern und bringe halt all das was sich in mehr als dreißig Jahren Berufserfahrung jetzt gesammelt habe mit hinein.
00:17:57: Ich bin schon gern, ich bin gerne die Österreicherin und sehr begeisterter.
00:18:00: Und natürlich wenn du das so viele Jahrzehnte siehst, siehst du auch was nicht zu gut funktioniert.
00:18:04: Für mich ist schon ein Riesenhebel und Motivation gewesen sagen Das geht schlanker, das geht effizienter, dass geht anders.
00:18:14: die Motivation anzupacken, da einzusteigen und eben genau über die Kommunalpolitik hineinzugehen.
00:18:20: Weil ich ihm gesehen habe als Bürgerin oder meine Familie ist Bürgerin.
00:18:27: Ich fühle mich als BürgerIn.
00:18:29: Ich hab in sechs Bundesländern gelebt gearbeitet, studiert und einfach gesehen wie ineffizient es oft ist.
00:18:36: Und wie unglaublich das ist, wenn du über eine Bundeslandgrenze gehst und das schon wieder ganz eine andere Situation ist, welche Vor- und Nachteile das hat.
00:18:44: Das war für mich so der Motivation, da bleibt sicher viel auf der Straße liegen was nicht im Sinne der Bevölkerung ist.
00:18:53: Am Ende geht es ja bei der Republik der besten Gemeinden, das ist unser Ziel.
00:18:57: Nicht um diese perfekte Mustergemeinde aus dem Prospekt da schöner Ort, Menschenleben arbeiten Kinder großziehen älter werden ein Geschäft für einen Ehrenamt übernehmen auch sich nicht ständig die Gedanken zurückzumachen wie schaut das Umfeld aus?
00:19:12: Aber es geht bei den Besten gemeinen hier schon darauf dass dass man etwas eine Vision hat davon.
00:19:18: Und nach dieser Vision würde ich fragen, welche Vision hast du denn von den Gemeinden?
00:19:23: Wir haben das Thema schon gehabt, vielleicht weniger.
00:19:25: Höchstwahrscheinlich wäre es besser als wären weniger.
00:19:28: Was aber noch?
00:19:28: Wie sieht Österreich der Zukunft aus für dich?
00:19:31: Also für mich ist es ein schon ein Ziel, dass man sagt die Gemeinden sind so attraktiv, dass die Leute auch hinziehen, dass das interessante Standorte sind um zu arbeiten und Unternehmen dort auch zu gründen, um Kinder großzuziehen und Familien zugrönten, um alt zu werden, um all das so was ein Leben lang eigentlich begleitet dort vorzufinden.
00:19:52: Und ich bin ein großer Fan vom Nomadentum.
00:19:56: Wobei es muss jeder für sich entscheiden, ob er sie in einer gemeinden Leben lang lebt oder auch Gemeinde-Hopping macht.
00:20:01: Das finde ich auch recht interessant.
00:20:03: Dafür lerne ich vor allem richtig viel und das kann ich eigentlich nur... dass eben alle Gemeinden eine ähnliche Chance haben bei diesem Gemeindehopping, wenn Menschen sich entscheiden wo könnte ich denn hinziehen?
00:20:13: Dass wir ein gutes Angebot haben und man nicht automatisch immer in dieselben Gemeinden zieht.
00:20:18: Also auf keinen Fall verschlechtert sondern immer verbessert Gemeindehopping.
00:20:23: Interessant!
00:20:24: Zum Schluss, wenn jemand nach diesem Gespräch durch die eigene Gemeinde geht, worauf soll er Sie achten?
00:20:30: Was zeigt denen das der Ort Richtung Zukunft gestaltet ist oder dass er in einer guten Gemeinde lebt?
00:20:37: Er sollte auf den Donateffekt schauen oder sie.
00:20:40: Also wenn ein Gemeinde einen Donat ist,
00:20:41: d.h.,
00:20:42: wenn in der Mitte ein Loch ist dann ist es keine Gemeinde denn die Zukunft gedacht hat.
00:20:46: Es sind viele Gemeinden, die diesen Effekt haben, dass sie rund um den Ortskern viel Bautätigkeit und Infrastruktur zugelassen haben, aber völlig vergessen haben den Ortskern zu entwickeln.
00:20:56: So Donutgemeinden sind welche ... Die haben natürlich ... Das ist harte Arbeit, die wieder quasi zum Krapfen machen.
00:21:02: Aber Krapfengemeinde würde ich einer Donutgemeinde gegenüber bevorzugen.
00:21:07: Der Krapfel ist auch heimisch, oder?
00:21:09: Vielen Dank für das Gespräch!
00:21:11: Ich nehme in dem Fall einen Krapfe mit anstatt einem Donut.
00:21:13: Schauen wir mal, dass es in Österreich nicht mehr Krapvengemeinden gibt.
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